Antisemitische Zuschriften an die jüdische Gemeinde Düsseldorf (1980-2014)

Laufzeit: Mai – April 2016

Bearbeiter/innen: Lea Wagner, Dr. Joachim Schröder


Antisemetische Zuschriften

Die Düsseldorfer jüdische Gemeinde erhält schon seit Jahrzehnten regelmäßig antisemitische Zuschriften. Die Absender sind teilweise anonym, zum Teil und zuletzt immer häufiger auch namentlich gezeichnet. Viele Zuschriften sind politisch motiviert (und hierbei aus den unterschiedlichsten politischen Lagern stammend), andere zeugen von einem Missionswillen, der christlich motiviert sein kann, aber nicht muss. Auch lassen sich Konjunkturen erkennen, wenn im Gefolge einer neuerlichen Zuspitzung der Nahost-Krise die Düsseldorfer jüdische Gemeinde als Adressat für eine Kritik fungiert, die eigentlich gegen den Staat Israel gerichtet ist.

Angeregt durch ein Projekt der TU Berlin über sprachliche und konzeptuelle Charakteristika des aktuellen Antisemitismus in Deutschland (Leitung Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel) hat sich der Erinnerungsort Alter Schlachthof bzw. der Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus an die jüdische Gemeinde gewandt und ein Projekt vereinbart. Die Zuschriften werden gescannt und dokumentiert, nach verschiedenen Kriterien kategorisiert und inhaltlich analysiert (im Unterschied zum Berliner Projekt, in dem Tausende Briefe und e-mails analysiert wurden, ist das Düsseldorfer „Sample“ allerdings weniger umfangreich). Ziel des Projektes ist eine differenzierte Analyse und Verortung älterer wie aktueller antisemitischer Diskurse und Haltungen in der Bevölkerung, die Dokumentation und Sicherung dieser Quellen und nicht zuletzt die Verwendung ausgesuchter Zuschriften in der Dauerausstellung oder der pädagogischen Arbeit des Erinnerungsortes.