Workshop Theater- und Medienpädagogik

 

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Qualifikation Biografiearbeit am Erinnerungsort Alter Schlachthof


Workshop & Schreibwerkstatt zum Biografischen Lernen in NS-Gedenkstätten

Der Erinnerungsort Alter Schlachthof
Fast 6.000 Namen, Gesichter und Geschichten: So viel jüdische Menschen aus dem Raum Düsseldorf wurden zwischen 1941 bis 1944 von den Nazis in Ghettos und Mordlager verschleppt. Um die Deportationen in das besetzte Osteuropa zu organisieren, nutzten die Nazis eine Viehhalle des damaligen Düsseldorfer Schlachthofs als Sammelstelle. Eine ganze Nacht lang mussten jüdische Familien dort ausharren, in der sie entrechtet, ausgeplündert und gedemütigt wurden. Am nächsten Morgen trieb man sie unter Schlägen und Tritten in einer bewachten Kolonne zum nahegelegenen Güterbahnhof, von dort aus traten sie ihre erzwungene Reise ins Ungewisse an. Nur wenige von ihnen überlebten den Holocaust, ganz wenige kehrten zurück nach Düsseldorf.
In der alten Viehhalle befindet sich heute die Bibliothek der Hochschule Düsseldorf und der Erinnerungsort Alter Schlachthof. Er dokumentiert die Geschichte dieses Verbrechens und erinnert an die Verfolgten und Ermordeten.

Der Workshop
Der Workshop „Qualifikation Biografiearbeit“ ist eng mit der laufenden Forschung des Erinnerungsortes verknüpft: Die Aufarbeitung der Biografien der Menschen, die Opfer der Deportationen durch die Nazis über den Schlachthof wurden. Dazu gehört auch die Betrachtung von Täter*innen, Verantwortlichen und Mitschuldigen, sowie die Geschichten von Menschen, die so mutig waren, Verfolgten zu helfen.
An zwei Workshop-Tagen lernen die Teilnehmenden den Erinnerungsort Alter Schlachthof im Rahmen einer dialogischen Führung kennen. Sie erfahren, wie und wo Informationen zu Verfolgten des Nazi-Regimes zu recherchieren sind. Konkrete Bespiele zeigen den richtigen Umgang mit historischen Quellen, wie zum Beispiel Erinnerungsberichte oder Gestapo-Akten. Außerdem werden die Chancen des biografischen Lernens für die spätere berufliche Praxis, zum Beispiel in der Jugendarbeit, dargestellt und diskutiert. Die Schreibwerkstatt gibt Raum zum Ausprobieren und liefert das nötige Handwerkszeug um Biogramme für das Digitale Archiv des Erinnerungsortes Alter Schlachthof nach geschichtswissenschaftlichen Standards zu verfassen.

Qualifikation
Nach erfolgreichem Abschluss der „Qualifikation Biografiearbeit“ besteht die Möglichkeit, Biogramme für das Digitale Archiv des Erinnerungsortes Alter Schlachthof auf Honorarbasis zu schreiben und eigene erinnerungskulturelle Projekte zu initiieren.

Bewerbung
Jede Person kann sich bewerben. Wichtig ist Sorgfalt im Umgang mit historischen Quellen, Spaß am Schreiben und die Bereitschaft, sich Wissen zur NS-Geschichte anzueignen. Wir laden ausdrücklich Menschen mit diversen Hintergründen hinsichtlich Herkunft, Alter, Geschlechtsidentitäten, sexueller Orientierungen etc. ein, sich zu bewerben. Studierende der HS Düsseldorf werden aufgrund der begrenzten Teilnehmendenzahl (8 Personen) bevorzugt. Wir wünschen uns eine Kurzbewerbung mit Motivationsschreiben (max. 1 Seite) und Lebenslauf.

Termine
Samstag, 12.12.2020, 9.00 – 16.30 Uhr

Sonntag, 13.12.2020, 9.30 – 15.30 Uhr

Selbststudium 6 Stunden (individuelle Terminvereinbarung)
Abschlussgespräch 2 Stunden (individuelle Terminvereinbarun)

Veranstaltungsort: wird noch bekannt gegeben

Der Workshop soll unter Einhaltung der Auflagen des Infektionsschutzes in Präsenz stattfinden. Sollte sich die Corona-Lage verschärfen, findet der Workshop digital zu den gleichen Terminen via zoom statt.
Für die Teilnahme an der Schreibwerkstatt ist ein eigenes Laptop notwendig.

Leitung: Sabine Reimann
Referent*innen: Dr. Joachim Schröder, Christine Brinkmann

Kontakt, Infos & Anmeldung
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
0211 4351-3673
Wir freuen uns darauf, Sie kennen zu lernen!

 

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facebook header Workshop TheaterpädagogikMit Förderung durch das Programm „Jugend erinnert“ entwickelt der Erinnerungsort neue historisch-politische Bildungsformate – also Bildung vor Ort, aktuell online und sobald wie möglich wieder in Präsenz. Unsere Angebote richten sich nicht nur an Studierende der Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik der HSD. Angesprochen sind auch Multiplikator*innen und alle Engagierten, die sich im Feld Erinnerungsarbeit zur NS-Geschichte inhaltlich und methodisch fortbilden und qualifizieren möchten. Ziel ist, gemeinsam eine aktive und partizipative Gedenkkultur zu gestalten, die in die Gegenwart hinein wirkt und Rassismus und Antisemitismus etwas entgegensetzt. Wir starten am 5.6.2020 online mit einem Workshop-Modul "Theater & Medienpädagogik".

 

 

 

 

 

TAG 1: EINFÜHRUNG UND BIOGRAPHISCHER ZUGANG Gemeinsam vergegenwärtigen wir uns unsere Einstellung gegenüber Erinnerungskultur und diskutieren aktuelle Formen von Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus. Irritiert wird unsere Selbstvergewisserung durch den Auftritt von Emanuel Goldfarb, einem ‚ganz gewöhnlichen Juden‘ aus dem gleichnamigen Theaterstück von Charles Lewinsky: „Der Philosemit umarmt, der Antisemit würgt – bei beidem bleibt mir die Luft weg!“

TAG 2: VERTIEFUNG UND THEMENFINDUNG Im zweiten Schritt untersuchen wir den gesellschaftlichen und den familiären „Handlungsstrang“ der Erinnerungskultur. Im kreativen Dialog miteinander entwickeln wir unseren individuellen und künstlerischen Zugang zum Motto des Erinnerungsortes ‚Erinnern heißt Handeln!‘

TAG 3: ENTWICKLUNG EINES EIGENEN PROJEKTES MIT KREATIVEN METHODEN Nach einer Einführung in das Kreative Schreiben und Methoden der Theater- und Medienpädagogik begeben wir uns alleine oder in kleinen Teams in die künstlerische Auseinandersetzung mit der „gegenwärtigen Vergangenheit“. Wir diskutieren unsere konzeptionellen Ansätze, stärken uns gegenseitig den Rücken und verfolgen im Anschluss konsequent und zielstrebig unser künstlerisches Vorhaben.

TAG 4: PRÄSENTATION UND REFLEKTION Am 4. Seminartag präsentieren wir die Ergebnisse zunächst intern und werten unsere Erfahrungen innerhalb dieses künstlerischen Prozess aus. Ziel ist es, abschließend für die künstlerischen Projektergebnisse (Text, Bild, Ton, Performance) ein geeignetes Präsentationsformat festzulegen.

LEISTUNGSNACHWEIS Fortbildungszertifikat und (bis 27 Jahre) Kompetenznachweis Kultur der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung

LEITUNG Andreas Schmid, Regisseur, Schauspieler und Theaterpädagoge BuT


ANMELDUNG
Die Teilnahme ist kostenlos. Kurzes Motivationsschreiben an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

WORKSHOPTAGE 5.6.2020 (online) / 26.6.2020 (online) / wahlweise August oder September (nach Möglichkeit präsent) / 27.10.2020 (nach Möglichkeit präsent)