20 Jahre: Gedenkfeier zum Bombenanschlag am S-Bahnhof Düsseldorf Wehrhahn
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- Erstellt: Dienstag, 28. Juli 2020 13:50
Die mit TNT gefüllte
Rohrbombe hing am Geländer der Fußgängerbrücke, die von der Ackerstraße zum S-Bahngleis führt. Sie detonierte am 27. Juli 2000 gegen 15.00 Uhr, gerade dann als zwölf Personen, davon sechs jüdischen Glaubens, die Stelle passierten. Mehrere von ihnen wurden schwer verletzt, eine Schwangere verlor ihr ungeborenes Kind. Nur mit Glück kam niemand ums Leben. Viele der Betroffenen leiden bis heute seelisch an den Folgen des Terroraktes. Die Menschen waren erst kurz zuvor aus Russland, der Ukraine, Kasachstan und Aserbaidschan eingewandert und kamen gerade von einem Sprachkurs, als sie Opfer des antisemitischen und rassistischen Attentats wurden.
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Über 100 Zuschauer*innen aus ganz Deutschland, Frankreich und Israel gingen am 3. und 10. Juni 2020 im Rahmen des Stationen-Theaters „Karussell der Erinnerung“ auf eine digitale Theaterreise in die Vergangenheit und zurück in die Gegenwart. Ausgangspunkt war der Erinnerungsort Alter Schlachthof. Zentral war die Frage: Welche Botschaft hinterlassen uns die Überlebenden von damals heute-hier? „Theater im digitalen Raum ist beschränkt durch den zweidimensionalen Bildschirm, über den das Team von Theaterkunst Köln das Stück sendet. Diese Begrenzung lässt sich allerdings durchbrechen, indem über Videochat während und nach der Aufführung zum Dialog mit den Zuschauer*innen eingeladen wird. Der direkte Kontakt ist nur einen Mausklick entfernt!“ so Andreas Schmid, Regisseur und künstlerischer Leiter des Projekts, das nun mit Unterstützung des Erinnerungsortes Alter Schlachthof zur digitalen Erstaufführung gebracht wurde.

