Fluchtgeschichte(n) erinnern: Vortrag von Eva Krane (23.01.2024, 18:30 Uhr)
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- Erstellt: Donnerstag, 21. Dezember 2023 11:15
Welche Handlungsmöglichkeiten und -strategien zur Selbstbehauptung nutzen die als jüdisch verfolgten Menschen aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf angesichts der NS-Verfolgungspolitik? Welche Erfahrungsräume und Perspektiven zum Thema verfolgungsbedingter Migration und Flucht begegnen uns bei der Auseinandersetzung mit historischen Quellenmaterialien? In dem Vortrag gibt Eva Krane mittels einzelner Biografien von Verfolgten, die ihre Heimat zwischen 1933 und 1941 mit unterschiedlichen Zielorten und auf verschiedenen Wegen verließen, Einblicke in unsere aktuelle Bildungs- und Forschungsarbeit zum Thema (Zwangs)Migration und Flucht.
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In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 1941 traf am Güterbahnhof Šķirotava in Riga ein Deportationszug mit 1.007 aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf deportierten Juden:Jüdinnen ein. Dieser hatte am Vormittag des 11. Dezember 1941 den Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf verlassen, nachdem die Deportierten zuvor gezwungen worden waren, unter unwürdigen Bedingungen eine Nacht in der Großviehhalle des damaligen Düsseldorfer Schlachthofs zu verbringen und bereits hier um einen Teil ihres Gepäcks beraubt worden waren. Vom Güterbahnhof Šķirotava führte ihr Weg nun in das von den Nationalsozialisten im Herbst 1941 eingerichtete Ghetto in Riga – sofern sie es bis dorthin schafften. Um im Ghetto Platz für etwa 20.000 aus dem Deutschen Reich (einschließlich Österreich) und der von Nazideutschland besetzten und zum „Protektorat Böhmen und Mähren“ erklärten „Rest-Tschechei“ deportierten Menschen zu schaffen, hatten die SS und lettische Kollaborateure Anfang Dezember 1941 über 25.000 lettische Juden:Jüdinnen ermordet. Letztendlich überlebten auch nur 98 der über den Schlachthof in Düsseldorf nach Riga Deportierten die Naziherrschaft.
Der Erinnerungsort Alter Schlachthof und der 
